Zertifikat zum Schweißen von Betonstahl nach DIN EN ISO 17660

Das Schweißen von Betonstahl stellt besondere Anforderungen an Fachkenntnisse, Erfahrung und Qualitätssicherung. Aus diesem Grund ist für Betriebe, die Betonstahl oder Verbindungen zwischen Betonstahl und anderen Stahlbauteilen schweißen – sowohl in der Werkstatt als auch auf der Baustelle oder im Rahmen von Instandsetzungsarbeiten – eine Herstellerqualifikation nach DIN EN ISO 17660 erforderlich. Diese Qualifikation ist im bauaufsichtlichen Bereich verpflichtend und Voraussetzung für eine normgerechte Ausführung der Schweißarbeiten.

Die Anforderungen ergeben sich aus der DIN EN ISO 17660-1 für tragende Schweißverbindungen sowie der DIN EN ISO 17660-2 für nichttragende Verbindungen. Ergänzend sind die Vorgaben der Muster-Hersteller- und Anwender-Verordnung (MHAVO), der jeweiligen Landesverordnungen (LBOHAVO) sowie der DVS-Richtlinie 1708 einzuhalten. Erst mit dem Zertifikat einer anerkannten Stelle gilt der Nachweis als erbracht. Ohne dieses Zertifikat ausgeführte geschweißte Betonstahlverbindungen gelten als nicht normgerecht und können erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen.

Für die Zertifizierung müssen Betriebe geeignete betriebliche Einrichtungen nachweisen und schweißtechnische Qualitätsanforderungen gemäß DIN EN ISO 3834-3 oder -4 erfüllen. Darüber hinaus ist qualifiziertes Personal zwingend erforderlich. Es müssen Betonstahlschweißer mit gültigen Prüfbescheinigungen vorhanden sein.

Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Schweißaufsicht. Es muss eine Schweißaufsichtsperson – beispielsweise ein Schweißfachmann, Schweißtechniker oder Schweißfachingenieur – benannt werden. Diese muss zusätzlich eine Qualifikation nach DVS-Richtlinie 1175 für das Schweißen von Betonstahl besitzen. Die Schweißaufsicht ist verantwortlich für die Überwachung der Arbeiten, die Einhaltung der Normen sowie die fachliche Begleitung von Prüfungen und Audits.

Das Schweißen von Betonstahl darf ausschließlich nach qualifizierten Schweißanweisungen (WPS) erfolgen, die gemäß DIN EN ISO 15609 erstellt und im Rahmen der Betriebsprüfung durch entsprechende Verfahrensprüfungen nach DIN EN ISO 17660 bestätigt werden. Der Umfang der Prüfungen richtet sich nach den eingesetzten Schweißverfahren, Verbindungsarten und Abmessungen.

Die Zertifizierung wird im Rahmen einer Betriebsprüfung durch eine anerkannte Stelle durchgeführt. Diese umfasst unter anderem einen Betriebsrundgang, ein Fachgespräch mit der Schweißaufsicht sowie – bei Erstprüfungen – praktische Schweiß- und Prüfaufgaben. Das ausgestellte Zertifikat hat eine maximale Gültigkeitsdauer von drei Jahren und muss rechtzeitig vor Ablauf verlängert werden. Änderungen an Personal, Schweißaufsicht, Verfahren oder betrieblichen Einrichtungen sind der anerkannten Stelle unverzüglich mitzuteilen.

SQZ Sachsen unterstützt Bauunternehmen und Stahlbauunternehmen umfassend und praxisnah bei der Zertifizierung zum Schweißen von Betonstahl nach DIN EN ISO 17660. Wir begleiten Sie von der Bewertung des aktuellen Standes über die Vorbereitung aller erforderlichen Unterlagen und Prüfungen bis hin zur erfolgreichen und stressfreien Betriebsprüfung. Unser Ziel ist es, den Zertifizierungsprozess effizient, normkonform und auf Ihren Betrieb zugeschnitten umzusetzen – damit Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Kostenfreier Zertifizierungs-Check DIN EN ISO 17660